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Schad, Robert Robert Schad
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'material'

21.01.05 - 26.02.05

Robert Schad - material

Robert Schad, bekannt für seine monumentalen Arbeiten im Außenraum, wird in der Ausstellung 'material' kleinere, für den Innenraum konzipierte Skulpturen präsentieren. Schads Material ist ein historisches Architekturelement - massiver Vierkantstahl verschiedener Durchmesser. Meist arbeitet Robert Schad jedoch mit 45er mm Profilen. Eine Stärke, die er mit seinen Händen noch umfassen kann. Der in Frankreich lebende Künstler ringt dem Metall ein Formenrepertoire ab, das unerschöpflich scheint: Kreisformen, spitze und stumpfe Winkel, Horizontale, Vertikale und Diagonale bilden die Basisformen, aus denen Schad durch das gelenkartige Verschweißen der Stahlstreben seine komplexen Skulpturen fertigt. Während Schads Arbeiten im Außenraum meist korrodierte rostige Oberflächen haben, sind die Arbeiten im Innenraum von einer schwarz glänzenden Walzhaut geprägt, die sich gleichmäßig über die Profile und geschweißten Gelenke zieht.

Am eindringlichsten zeigt sich die Vielfalt der Erscheinungsformen in Schads Wahlheimat Larians, im Franche-Compté. Hier hat Robert Schad 2004 einen beeindruckenden Skulpturenpark eröffnet, der mit seiner Umgebung choreografisch umzugehen scheint: Nicht nur die Skulpturen wirken in den expressiven Bewegungen als aktives Element in der Landschaft, auch der Betrachter begibt sich durch immer neue Perspektiven in einen Dialog.

Prominente Werke Schads finden sich interessanterweise oft in räumlicher Nähe zu repräsentativer Architektur: So setzt sich beispielsweise die annähernd 10 Meter hohe Skulptur ‚Courante', die Schad 2001 im Ehrenhof des ‚Bundesministerium der Finanzen' in Berlin installierte, kritisch mit der Topografie des Ortes auseinander: Der nüchterne Kalksandsteinbau beherbergte einst Hitlers ‚Reichsluftfahrtministerium' und später das ‚Haus der Ministerien' der DDR. ‚Courante', große Kreisbewegungen vor der Fassade des besagten Gebäudes machend, scheint mit nach oben auskragenden Stahlarmen um Hilfe rufen zu wollen. Schad hierzu: ‚Meine Arbeit versucht, sich gegen die Architektur durchzusetzen. Sie will eigentlich abheben, kann es jedoch nicht im umschlossenen Raum.' - Bei einem Gewicht der Skulptur von rund 40 Tonnen jedoch eh schwer vorstellbar!

Weitere politische Orte, die der gebürtige Schwabe mit seinen Skulpturen kommentiert, sind das Landtagsgebäude Baden-Würtembergs in Stuttgart (1986/87), sowie die ganz neu entstandene Landesvertretung Baden-Würtembergs des Architekten Dietrich Bangert in Berlin. Anfang der 1970er Jahre begannen sich Künstler vermehrt für Material aus der Schwerindustrie, den Stahl zu interessieren. 1979 jedoch stieß beispielsweise eine Skulptur des Amerikaners Richard Serra, die in Bochum im öffentlichen Raum errichtet wurde, auf großen bürgerlichen Widerstand: Das Material Stahl, durch Korrosion bedingt Rost bildend, wurde mit Schrott assoziiert und abgelehnt. Mittlerweile ist Stahl zu einem allgemein akzeptierten Material künstlerischen Schaffens geworden. Man kann sogar annehmen, dass gerade durch das Verschwinden der Schwerindustrie aus den alten Zentren, das in der Kunst auftauchende Material Stahl gewisse nostalgische Erinnerungen aufruft, von denen auch das Œuvre Schads profitiert.

2005 stehen zahlreiche internationale Ausstellungen von Robert Schad ins Haus. So wird er sowohl in der Galerie Oberkampf Paris, im Ludwig Museum in Koblenz, im Kiscelli Muzeum in Budapest, als auch in der Nationalgalerie Prag zu sehen sein.

Mariann von Redecker
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